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Digitale Transformation gemeinsam gestalten

Dominic Lindner
Verfasst von Dominic Lindner

13. August 2019

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Die Rolle des Chefs ändert sich im New Work Zeitalter von Grund auf. Dominic Lindner spricht über seine ganz persönlichen Erfahrungen mit Arbeit 4.0 und erklärt, welchen Typen von Führungskräften er als Coach sich dabei besonders häufig gegenübersieht. 

Die schöne neue Arbeitswelt, oder auch Arbeit 4.0, verspricht mit ihren technischen Tools, der Automatisierung, dem Einzug robotergesteuerter Arbeit sowie künstlicher Intelligenz eine große Erleichterung vieler Aufgaben am Arbeitsplatz. Sie soll Mitarbeiter effizienter und Unternehmen erfolgreicher machen. Doch neue Herausforderungen bringen auch neue Probleme mit -  insbesondere für die, die als Digital Leader das Zepter in der Hand halten.

So werden zum einen die Kompetenzanforderungen der einzelnen Berufsfelder steigen, zum anderen wird es aber auch ganz neue Formen von Beschäftigung geben, sodass  völlig neue Berufsbilder entstehen. Eine Studie der Boston Consulting Group  zeigt, dass künftig davon auszugehen ist, dass ca. 40% aller jetzigen Berufe und Positionen durch automatisierte Prozesse und künstliche Intelligenz ersetzt werden. In Zahlen spricht die Studie dabei von allein 7,7 Millionen Arbeitsplätzen bis 2025. Und obwohl es sich bei einem Großteil dieser Stellen um Fachkräfte handelt (ca. 60%), müssen auch diese Beschäftigten sich neue Kompetenzen hinsichtlich der Digitalisierung aneignen, um weiterhin als nutzbare Arbeitskraft bestehen zu bleiben.

Wie ich die schöne neue Arbeitswelt täglich erlebe

Ich, Dominic Lindner, arbeite bereits seit fünf Jahren als Manager in der Automotive-Branche. Ganz klar, Arbeit 4.0 und alle damit verbundenen Chancen und Hindernisse haben längst Einzug in meinem Berufsalltag erhalten. Automatisierte Prozesse, künstliche Intelligenz und neue Führungsmethoden gehören dabei natürlich dazu. Derzeit besteht mein Job unter anderem auch darin, auf Basis dieser neuen Veränderungen im 2-Wochen-Rhythmus regelmäßig drei Führungskräfte zu coachen. Während manche die neuen Anforderungen schnell und widerstandslos adaptieren, erkenne ich bei anderen immer wieder Probleme, die den Weg hin zu einem erfolgreichen Digital Leader erheblich erschweren.

Insbesondere das Fehlen von Digitalkompetenzen und die Abgabe von Veranwortung zur Förderung der Selbstorganisation unter den Mitarbeitern stehen  im Weg. 

2 Typen von Führungskräften

Um Ihnen ein Bild davon zu geben, mit welchen Schwierigkeiten Führungskräfte im Rahmen von New Work aktuell  zu kämpfen haben, möchte ich Ihnen zwei dieser Führungstypen einmal genauer vorstellen. Darüber hinaus nenne ich auch ein paar Tipps & Tricks, wie Digital Leader ihre Führungsperformance verbessern können.

1. Typ: Fehlendes digitales Knowhow

Während die junge Generation von Führungskräften in der Regel keine Probleme mit der Anwendung digitaler Tools und technischer Hilfsmittel hat und als Digital Native aufgewachsen ist, erkenne ich bei den älteren Jahrgängen hingegen oft Schwierigkeiten bei der Nutzung. Fehlendes digitales Knowhow hat sich dabei für viele Führungskräfte zu einem echten Problem des täglichen Berufsalltags entwickelt. Aus Unwissenheit oder Zurückhaltung werden digitale Hilfsmittel nur nachlässig angewendet. So werden beispielsweise weiterhin Stift und Papier bevorzugt, anstatt softwarebasierte Programme zu nutzen, die viele Schritte automatisieren und dadurch neue Möglichkeiten, wie das vereinfachte Weiterleiten von Informationen ermöglichen. Durch die Verschließung gegenüber solchen technischen Tools werden Arbeitsprozesse allerdings enorm verlangsamt. Zusätzliche Schritte, die sonst automatisierten Prozessen unterliegen, fallen  an und gefährden obendrein die Ansprüche an die Datensicherheit. Durch die Nutzung verschiedener Tools zur Informationsverwaltung gehen möglicherweise wichtige Daten verloren und der wirtschaftliche Erfolg des Unternehmens wird dadurch gefährdet.

Digitalkompetenzen für die gesamte Belegschaft?

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Gleichzeitig ist es auf diese Weise schwer, als Führungskraft mit einem Team zu arbeiten, dass völlig in der digitalen Welt etabliert ist. Als Digital Leader müssen Sie schließlich als Vorbild und Mentor vorangehen und Ihre Mitarbeiter auf die Nutzung digitaler Techniken und den Einzug von Automatisierung sowie künstlicher Intelligenz ausreichend vorbereiten. Sich selbst dabei den kommenden Anforderungen zu verschließen, wird sich hingegen auch negativ auf Ihr Team auswirken.

Mein Tipp: Prozessoptimierung dank agiler Tools

Mir fällt insbesondere bei den Digital Immigrants immer wieder auf, dass diese sich entweder aus Respekt oder Bequemlichkeit vor der Nutzung digitaler Hilfsmittel verschließen. Allerdings rate ich Ihnen, sich vor Augen zu halten, dass die Menge der automatisierten Prozesse und damit auch der Kompetenzanforderungen an Sie selbst sowie Ihre Mitarbeiter in den nächsten Jahren erheblich steigen wird. Sich jetzt nicht für die Chancen der vierten digitalen Revolution zu öffnen, kann daher künftig noch größere Probleme für Sie bereithalten oder Sie sogar in Ihrer Position als Digital Leader scheintern lassen. Stattdessen sollten Sie bereits jetzt die Möglichkeit nutzen, sich ausreichend für die Veränderungen von Arbeit 4.0 zu wappnen, um später auch Ihr Team selbstbewusst und informiert an die neuen Herausforderungen heranzuführen. Besonders im Hinblick auf Agilität haben Sie dabei die Möglichkeit aus einer Reihe vielversprechender Konzepte zu schöpfen. Machen Sie sich für einen modernen Führungsstil daher Ideen auf Basis agiler Methoden zunutze. So können Sie beispielsweise mit Scrum strenge Strukturen auflockern und mithilfe von Projektrollen sowie einem angepassten Projektablauf Verantwortlichkeiten und Tasks leichter festlegen. Aufgaben werden hier innerhalb eines Product Backlog gesammelt und priorisiert. Zusätzliche Flexibilität versprechen dabei auch Daily-Standup-Meetings, die den Fortschritt jederzeit greifbar und nachvollziehbar machen, wodurch Richtungsänderungen frühzeitig eingeschlagen werden können. Oder aber Sie implementieren Kanban in Ihren Projektalltag und sorgen so dank des  Kanbanboards für mehr Transparenz und Offenheit bei der Aufgabenbewältigung. Darüber hinaus fördern Sie zudem die Zusammenarbeit Ihres Teams.

2019-06-17 14_28_09-7 Gründe, warum die Digitalisierung unsere Gesellschaft verbessertLesen Sie auch: Scrum: Im Sprint ans Projektziel

Für die tägliche Verwendung hält der Markt  mittlerweile viele nützliche Apps, wie beispielsweise Trello mit seinem Organisationsboard für Projekte und ToDo-Listen, bereit, die meist einfach in der Handhabung sind, aber einen enormen Nutzen versprechen. Doch auch bei Problemen rate ich Ihnen: Scheuen Sie sich nicht davor, nach Hilfe zu fragen, wenn Sie sich bei der Verwendung digitaler Systeme nicht sicher fühlen. Am Anfang jeder beruflichen Weiterentwicklung steht nun Mal ein Lernprozess. Zusätzlich ermöglicht dieser es anschließend auch, dass sie Ihre Mitarbeiter professionell und nach modernen Standards und Konzepten führen können.

Die besten Collaboration Apps im Vergleich

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2. Typ: Fehlendes Vertrauen gegenüber den Mitarbeitern

Als Digital Leader gehört das Führen digitaler Teams bzw. zum Teil vernetzter Teams zum regulären Alltag. Dieser Umstand fordert gleichzeitig aber auch eine große Selbstorganisation der Mitarbeiter und die Abgabe von Verantwortung seitens der Führungskraft. Und genau da steckt für viele Leader das Dilemma. Der einzelnen Arbeitskraft die Möglichkeit zu geben, ihre Aufgaben selbst zu strukturieren und Ziele nach eigener Vorstellung zu realisieren, benötigt viel Vertrauen. Wird in virtuellen Teams oder aus dem Home Office gearbeitet, kann die  tägliche Arbeit der Mitarbeiter nur schwer "überwacht" werden.

Vielen Führungskräften macht genau dieser Umstand zu schaffen, da die Ergebnisse, die das Team erreicht, schließlich auf den Teamleiter zurückgeführt werden. Mit anderen Worten: eine schlecht arbeitende Belegschaft rückt auch den Leader in ein schlechtes Licht, denn dieser trägt die Verantwortung für sein Team. Ich sehe daher immer wieder, dass Führungskräfte nur schwer „loslassen“ und Vertrauen abgeben können. Statt eines harmonischen und vertrauensvollen Miteinanders, auch über die unternehmerischen Mauern hinweg, wird nicht selten auf einen autoritären Führungsstil nach dem Top-Down-Prinzip gesetzt. Dieser Ansatz ist nach meinen Erfahrungen für Leadership im Sinne von Arbeit 4.0 aber völlig veraltet und auch selten anwendbar.

Mein Tipp: Mehr Transparenz und Kommunikation

Wenn Sie Ihr Team ausreichend motivieren, für ein gesundes Arbeitsklima sorgen, die nötigen Ressourcen bereitstellen sowie als vertrauenswürdiger und verlässlicher Ansprechpartner und Mentor auftreten, müssen Sie sich normalerweise gar nicht erst um die Leistungsbereitschaft Ihrer Mitarbeiter sorgen. Denn wenn gute Arbeitsbedingungen gegeben sind und auch die Beziehung zum Vorgesetzten stimmt, sind Mitarbeiter oftmals glücklicher und damit produktiver. In diesem Zusammenhang zeigt auch eine Studie von StepStone, dass Unternehmen mit zufriedenen und gesunden Mitarbeitern im Vergleich zu anderen Organisationen ein viel höheres Level an Produktivität, eine geringere Anzahl an Fehltagen sowie ein vermehrtes allgemeines Engagement erreichen.

 

 

 

Setzen Sie sich mit Ihrem Team zusammen und sorgen für Transparenz. So weiß jeder, in welcher Position er sich befindet und wie seine Aufgaben definiert sind. Dieses Vorgehen gibt Ihren Mitarbeitern genug Struktur, an der sie sich orientieren können und gleichzeitig genug Freiraum für kreatives Schaffen. Zudem sollten Sie sich fragen, worin Ihre Hemmnis liegt, dem Team mehr Selbstverantwortung zu übertragen. Vielleicht haben Sie in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen damit gemacht? Vielleicht sind Sie aber auch neu in einer solchen Position oder mit einem solchen Führungsstil bisher noch nicht vertraut. Wenn dies der Fall ist, sollten Sie dies in Ihrem Team unbedingt kommunizieren. Analysieren Sie mit Ihren Mitarbeitern, was es benötigt, um diese zu einer produktiven Selbstorganisation zu bewegen und arbeiten Sie auch die gegenseitigen Erwartungen heraus. So weiß jeder im Team was voneinander erwartet wird und es wird leichter, diese Anforderungen zu erfüllen. Zusätzlich können Sie auch regelmäßig Maßnahmen einführen, die das gegenseitige Vertrauen im Team stärken, wie zum Beispiel spezielle Team-Workshops.

Schlussendlich sollten Sie auch beachten, dass nicht jeder Mitarbeiter gleich gecoacht werden kann. Gehen Sie individuell auf den Charakter der einzelnen Arbeitskraft ein und schauen Sie, wen sie mehr „pushen“ und bei wem sie mehr „loslassen“ können.

Fazit

Meine Erfahrung zeigt, dass jede Führungskraft, vorausgesetzt sie ist motiviert und offen, relativ einfach und schnell mit wenigen Tipps ein effektiv zusammenarbeitendesTeam mit einem harmonischen Miteinander coachen kann. Oftmals braucht es gar nicht so viel, um sich zu einem erfolgreichen Digital Leader zu entwickeln. Weiterbildungen und das aktive Auseinandersetzen mit digitalen Tools kann Ihnen dabei helfen, sich selbst und später auch Ihr Team optimal auf die Anforderungen von Arbeit 4.0 vorzubereiten. Gleichzeitig hilft eine transparente Kommunikation und das Aufbauen von Vertrauen und Verlässlichkeit im Team, die Selbstorganisation und -verantwortung Ihrer Mitarbeiter zu steigern. Dadurch können letztendlich auch Sie selbst besser „loslassen“ und Ihren Mitarbeitern ein vernünftiges Maß an Vertrauen vermitteln.

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