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Digitale Transformation gemeinsam gestalten

Sandra Niedermeier
Verfasst von Sandra Niedermeier

16. Oktober 2019

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In Zeiten der Digitalisierung scheinen sich die Voraussetzungen und Bedingungen des Lernens zu ändern. Die Rufe nach einer „zeitgemäßen“ Lernkultur mit flexiblen Lernumgebungen und ausgereiften didaktischen Konzepten werden lauter. Warum die Weiterbildungslandschaft sich transformieren muss.

Lernkultur war seit je her ein schillernder und viel genutzter Begriff in der gesamten Bildungslandschaft. Lernkultur wurde schon immer facettenreich aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und ganz besonders nun in der Weiterbildungslandschaft in Zeiten der Digitalisierung.

Perspektivenwechsel Lernkultur – facettenreich und nie gleich

Thematisiert werden Lernkulturen in der Schullandschaft, der Weiterbildung, als Teil von Unternehmenskulturen, als Teil der Gesellschaft und vieles mehr. Dem Begriff der Lernkultur wird im Gegensatz zum Begriff der Lehrkultur eine eher positive Eigenschaft zugeschrieben, da hier nicht die Lehrperson und Dominanz der Wissensvermittlung im Vordergrund steht. Lernkultur umfasst das gesamte Spektrum des Lernens und Lehrens. Naturgemäß existiert nicht nur eine Lernkultur, sondern es entwickeln sich parallel viele, unterschiedliche Lernkulturen. Diese sind dann geprägt von der Gesellschaft und den Rahmenbedingungen von Unternehmen, aber auch kontextabhängig von den Beteiligten am Lernprozess.

Eine Lernkultur gibt als Teil einer Unternehmenskultur Mitarbeitern und Führungskräften Orientierung.

Eines ist sie jedoch nie: statisch!

Doch wann braucht es eine Änderung der Lernkultur und braucht es heutzutage möglicherweise sogar eine digitale Lernkultur? Nach Schüßler und Thurnes (2005) sind „die meisten Auseinandersetzungen mit Lernkulturen (..) darauf zurückzuführen, dass aus unterschiedlichsten Gründen Änderungen der jeweils betrachteten Lernkultur als erforderlich oder wünschenswert betrachtet werden, was dann als „neue“ oder „innovative“ Lernkultur im Vergleich zur bisherigen bezeichnet wird.“

Die heutzutage „neue“ oder auch „digitale“ Lernkultur unterscheidet sich fundamental von der tradierten Lernkultur, die viele aus der schulischen oder auch betrieblichen Lernkarriere her kennen. Klassische Präsenztrainings waren gestern. Die Lehrer, Trainer und Ausbilder werden zum Coach und Mentor, sie begleiten die individuellen und kooperativen Lernprozesse. Nun sind es in der Digitalisierung zudem vor allem die digitalen Medien, die die bisherigen etablierten Strukturen von Weiterbildung in Frage stellen. Unternehmen führen Lernplattformen ein oder stecken bereits in tiefgreifenden Changeprozessen im Rahmen der Digitalisierung. Dieser Wandel bedeutet für Unternehmen, dass sie ihren Weiterbildungsansatz überdenken und die Lernangebote für ihre Mitarbeiter anpassen müssen. So kann man generell sagen, dass sich die Art und Weise, wie Lernende und Lehrende kommunizieren und interagieren durch die ständige Verfügbarkeit und Zugänglichkeit zu digitalen Medien die Lernkultur stark verändert. Grund dafür ist ganz allgemein die starke Verbreitung mobiler Endgeräte. Dadurch verändert sich auch die Haltung und die Erwartung gegenüber Lernangeboten.

Sie möchten mehr über moderne Lernstrategien erfahren?

Die Autorin dieses Beitrags, Dr. Sandra Niedermeier, war am 19. September 2019 als Expertin zum Thema "Digitales Lernen" im Rahmen der ELUCYDATE Live-Webinarreihe zu Gast.  Die Aufzeichnung der Session erhalten Sie hier:

elucydate-webinar-20190919-1

Der Zugang zu Lerninhalten soll schnell und einfach sein. Lernen soll zeitlich und örtlich flexibel sein. Idealerweise macht Lernen dann auch noch Spaß und beinhaltet Elemente, die aus Computerspielen bekannt sind. Zudem entscheidet jeder selbst, was er oder sie wie und wann lernt.

Lernstrategien zur Selbstorganisation, und dadurch auch Werkzeuge zum Strukturieren und Verwalten des eigenen Wissens, werden zu einem festen Bestandteil der digitalen Lernwelt. Die Bedeutung von Kommunikation und Interaktion ganz im Sinne des kooperativen Lernens mit anderen wächst ebenso stetig. Skype, WhatsApp, Twitter, etc. sind nicht nur im Büroalltag allgegenwertig, sondern auch immer mehr Bestandteil von Lernprozessen. Gleichzeitig muss daher auch bewusst bei Veränderungen in der Lernkultur an die Förderung von digitalen Kompetenzen, zu denen die Interaktion-und Kommunikationskompetenz zählt, gedacht werden.

Das Bewusstsein und die Bereitschaft für flexibles Lernen und die Etablierung von kooperativem Lernen lassen sich nicht einfach über eine Organisation -nur durch die Nutzung digitaler Medien- überstülpen. Was bedeutet dies nun für eine Lernkultur insbesondere in Unternehmen? Das Schaffen zeitlicher Freiräume zum Lernen, die Bereitstellung mobiler Pattformen für zeit- und ortsunabhängiges Lernen, das Angebot von Weiterbildung zu digitalen Kompetenzen sowie nicht zuletzt die Verbesserung individueller Lernpfade für Mitarbeiter demonstrieren ein klares Bekenntnis zu einer gelebten zeitgemäßen „digitalen“ Lernkultur.

Eine zeitgemäße (digitale) Lernkultur etabliert sich nicht automatisch

Das Wichtigste zum Schluss: Eine Lernkultur kann nicht vermittelt werden, sondern nur ermöglicht, gefördert oder angetrieben. Eine Lernkultur muss, egal ob in der Digitalisierung oder nicht, gelebt werden. Es gibt nie nur DIE eine Lernkultur. Es braucht also weit mehr als die Einführung digitaler Tools, einer Lernplattform oder eines Changeprozesses, die zu einer digitalen Lernkultur führen.

Es braucht ein Umdenken. Hin zu geteiltem Wissen, mehr Kommunikation, mehr Interaktion und mehr Flexibilität.

Auf die Auffassung vom Lehren und Lernen kommt es an. Eine (digitale) Lernkultur, die das Lernen und die Belange der Lernenden in einer digitalisierten Welt in den Vordergrund stellt kommt den aktuellen Anforderungen der heutigen Gesellschaft nach.

Lesen Sie auch: Auf dem Weg zur lernenden Organisation

Lernkultur als änderbar zu verstehen und zu praktizieren, dabei selbstgesteuert zu lernen und mit anderen zu kooperieren sowie die digitalen Medien aktiv als Werkzeug des Lernens zu nutzen, sind jedoch komplexe Anforderungen, die keineswegs von allen Unternehmen problemlos bewältigt werden können. Grundvoraussetzung sind selbstverständlich auch weiterhin neben der Begleitung von Lernprozessen vor allem interessierte Beteiligte, realistisch gesteckte Lernziele, im Lernen etwas Sinnhaftes zu finden, Strategien für das Lernen zu entwickeln und die eigene Motivation aufrecht zu erhalten.

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