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Digitale Transformation gemeinsam gestalten

Dominic Lindner
Verfasst von Dominic Lindner

02. Mai 2019

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 MUDA kommt aus dem Japanischen und bezeichnet eine Verschwendung oder sinnlose Tätigkeit. Im agilen Arbeiten gilt es, solche Zeitfresser oder wenig effizienten Maßnahmen zu eliminieren, um wertschöpfend, produktiv und motiviert zu arbeiten. Was können wir von MUDA lernen?

Das Setzen materieller oder immaterieller Anreize beschreibt längst nicht mehr den einzigen Weg, wie Mitarbeiter im Arbeitsalltag motiviert werden können. Stattdessen bietet auch ein gutes Lean Management mit Methoden wie MUDA die Möglichkeit, Mitarbeiter aktiv in Verbesserungsmaßnahmen hinsichtlich ihres Arbeitsumfeldes einzubinden und damit zu mehr Produktivität und effizienterem Arbeiten zu motivieren. Auf Basis dessen befasst sich dieser Artikel mit der Definition und dem Prinzip von MUDA und beschreibt darüber hinaus auch, inwiefern die Muda-Analyse eine Form der Mitarbeitermotivation darstellen kann.

Im Rahmen der Digitalisierung und einem immer schnelleren globalen Wettbewerb sowie dem Drang nach stetigem Wachstum und Veränderung stehen Unternehmen zunehmend unter dem Druck, finanzielle und zeitliche Ressourcen, aber auch ihr Humankapital effizient zu nutzen. Aktuelle Studien wie die des Stuttgarter Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) von 2017 belegen bereits, dass Unternehmen teilweise bis zu 50 Prozent ihrer Arbeitszeit verschwenden, indem sie diese nicht wertschöpfend nutzen. Zudem könnten sie ihre Effizienz um 30 Prozent steigern, wenn sie sich Maßnahmen des Lean Management, wie beispielsweise eben MUDA, konsequenter bedienen würden. In diesem Zusammenhang hat man mittlerweile das Potenzial der MUDA-Analyse erkannt, die auf die Optimierung von Prozessen abzielt, indem sie Fehlerquellen ausfindig macht.
Darüber hinaus bietet MUDA die Chance, auch die Mitarbeitermotivation hinsichtlich mehr Effizienz am Arbeitsplatz signifikant zu verbessern, indem die Belegschaft aktiv in Prozessoptimierungen und Umstrukturierungen einbezogen wird.

Damit beschreibt MUDA eine erfolgsversprechende Möglichkeit, Schwerpunkte neu zu definieren und die Organisationsstruktur so festzulegen, dass optimale Rahmenbedingungen für operative Teams geschaffen werden können.

Bedeutung von MUDA

Eine optimale Motivation der eigenen Belegschaft ist nicht allein an das Setzen der richtigen Anreize gekoppelt. Auch die Arbeitsweise im Unternehmen muss so effizient gestaltet werden, dass sie eine Basis für die Entfaltung von Engagement, Eigeninitiative und Leistungsbereitschaft bildet. Im Lean Management ist daher die Bildung einer solch effizienten Atmosphäre am Arbeitsplatz fest verankert, indem einer der wichtigsten Ansätze auf der Identifikation und Vermeidung von Verschwendung beruht. Dieser Grundgedanke basiert auf der japanischen MUDA-Analyse (MUDA = jap. Verschwendung), die insbesondere im Prozessmanagement Anwendung findet und die Suche nach Verschwendung in Prozessabläufen beschreibt. Dabei liegt das Ziel nicht nur in der Analyse der Ist-Situation auf Führungsebene, sondern auch darin, die Mitarbeiter durch eigens hervorgebrachte Verbesserungsvorschläge zu mehr Effizienz zu bewegen.

 

Die 7 Verschwendungsarten nach MUDA

Nach MUDA werden dabei 7 Arten von Verschwendung definiert, die Geschäftsprozesse negativ beeinflussen können.

Transport
Der Transport wird unter MUDA als wichtiger Prozess betrachtet, der allerdings im Hinblick auf den Aufwand und möglichen Zeitverlust als sehr anfällig für Verschwendung gilt. Da dieser Prozess nicht eliminiert werden kann, sollte er unter ständiger Optimierung stehen.

Bestände
Bestände an Materialien und Waren werden gerne als Sicherheiten für Produktionsausfälle aufgebaut. Nach MUDA ist diese Maßnahme aber nur bei Problemen in der Wertschöpfungskette wirklich notwendig und bildet ansonsten eher eine Verschwendung von räumlichen Ressourcen und finanziellen Mitteln.

Überproduktion
Genau wie bei der Material- und Warenlagerung stellt auch die Überproduktion von Gütern eine Verschwendung nach MUDA dar, da sie in erhöhte Bestände resultiert. Zudem werden zusätzliche Ressourcen für die Herstellung von Waren verbraucht, die möglicherweise niemals abgesetzt werden.

Falsche Technologie
Auch wenn individuelle Anfertigungen nach Kundenwunsch als weniger verschwenderisch erscheinen, so können sich allerdings auch hier unnötige Prozessschritte ergeben. Insbesondere dann, wenn Waren über den benötigten Qualitätsrahmen hinaus angefertigt werden, erscheint dies zwar auf den ersten Blick als positiv, definiert nach dem MUDA-Prinzip allerdings eine Verschwendung von Zeit und Ressourcen.

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Ausschuss und Nacharbeit
Fehler in der Produktion führen in der Regel entweder zum Ausschuss der Ware oder zur Nacharbeit, was beides eine enorme Verschwendung von Zeit und Aufwand zur Folge hat. MUDA erkennt daher hier großes Optimierungspotenzial, indem Produktionsfehler rechtzeitig erkannt und behoben werden.

Bewegung
Aber auch hinsichtlich der Mitarbeiter sieht MUDA Potenziale für Verschwendung und spielt dabei auf die Gesundheit am Arbeitsplatz an.  Langes Sitzen, wenig Bewegung, eine falsche ergonomische Sitzhaltung und eine chaotische Schreibtischorganisation führen nicht nur zu gesundheitlichen Einschränkungen bei den Mitarbeitern, sondern resultieren zudem häufig auch in ineffizientes Arbeiten.

Warten
Verschwendung durch Warten bezieht sich nach MUDA sowohl auf unproduktive Zeitperioden bei Mitarbeitern, sondern auch auf Lieferzeiten von Waren zwischen einzelnen Prozessen. In beiden Bereichen gilt es, Prozesse zu optimieren und so aufeinander abzustimmen, dass ein Teilschritt möglichst flüssig in den nächsten übergeht und so die Verschwendung wichtiger Zeit eliminiert werden kann.

Wie Sie Ihre Mitarbeiter mithilfe von MUDA zu mehr Effizienz am Arbeitsplatz motivieren können

Um die verschiedenen Verschwendungsarten nach MUDA möglichst gering zu halten oder teilweise sogar gänzlich zu beheben, baut die MUDA Analyse auf eine ganzheitliche Betrachtung der Verschwendungspotenziale, indem nach einem festen Schema in 4 Schritten vorgegangen wird.

SCHRITT 1: Gehen Sie an Gemba, den Ort des Geschehens.

SCHRITT 2: Betrachten Sie Gembutsu. Entwickeln Sie ein Verständnis für die gegenwärtige Situation, indem Sie die einzelnen Prozessschritte genau untersuchen.

SCHRITT 3: Suchen Sie nach MUDA, also der Verschwendung, indem Sie Fehlerquellen genau analysieren.

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SCHRITT 4: Wenden Sie Kaizen (jap. Veränderung zum Guten) an, indem Sie Fehlerursachen beheben und Ihre Prozesse für mehr Effizienz optimieren.

Im Bezug auf die Mitarbeitermotivation erkennt MUDA großes Potenzial in der Einbeziehung der Mitarbeiter bei der Muda-Analyse. Die Belegschaft sollte angeregt werden, Ineffizienz und Verschwendungsarten selbst zu erkennen und Verbesserungsvorschläge hervorzubringen. Dies ist insbesondere dann sinnvoll, wenn die Fehlerquelle den Mitarbeiter, wie bei der Verschwendungsart Bewegung, direkt selbst betrifft. Dies hat für Unternehmen nicht nur den positiven Effekt, dass die Verschwendung selbst aus vielen verschiedenen Blickwinkeln betrachtet wird, sondern auch, dass Mitarbeiter ihr Arbeitsumfeld selbst produktiver gestalten und damit an der eigenen sowie der Effizienz bei Teilprozessen aktiv mitwirken, diese akzeptieren und dadurch zu mehr Leistungsbereitschaft angehalten werden.

Fazit

MUDA verfolgt die Verringerung oder Eliminierung von Fehlerquellen und Verschwendungsarten in erster Linie in Hinblick auf den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens, der mit den richtigen Optimierungsmaßnahmen signifikant gesteigert werden kann. Zusätzlich bietet der Einbezug der Mitarbeiter in dieses Verfahren eine chancenreiche Möglichkeit, die Mitarbeiter zu mehr Effizienz am Arbeitsplatz zu motivieren, indem sie diese Verschwendungspotenziale bei ihnen selbst oder innerhalb von Prozessen selbstständig erkennen und aktiv an der Verbesserung mitwirken.

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