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Antonia Laier
verfasst von Antonia Laier
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Arbeitnehmer befürchten, von Computern und künstlicher Intelligenz ersetzt zu werden. Doch auch Arbeitgeber haben zunehmend Schwierigkeiten, langfristig Kompetenzen für Mitarbeiter zu planen, da sich die „VUCA-Welt“ unvorhersehbar schnell ändern kann. Wir klären den Begriff und nennen drei Vorteile dieser Entwicklung.

Was ist VUCA?
Das Akronym VUCA wurde bereits Mitte der 90er-Jahre vom amerikanischen Militär geprägt, um die unstete Situation des modernen Krieges als "nicht mehr planbar" zu beschreiben. Es existiert nun nicht mehr nur der „eine Feind“, vielmehr sind die Fronten unklar. Plötzlich gilt es, sich auch gegen Einzelattentäter, Cyber-Angriffe und extremistische Gruppen zu wappnen.

Die Situation auf dem heutigen Arbeitsmarkt ist nicht mit moderner Kriegsführung zu vergleichen. Doch die vier charakteristischen Begriffe, aus denen sich VUCA zusammensetzt, sind hervorragend dafür geeignet, die Herausforderungen und Anhaltspunkte für die moderne Personalentwicklung aufzuzeigen.

V - Volatility (Unbeständigkeit): alles ist ständig im Wandel, chronische Dynamik
U - Uncertainty (Ungewissheit): Mangel an Berechenbarkeit, nahezu unmöglich, vorherzusehen, wie Prozesse in 10 + x Jahren aussehen werden
C - Complexity (Komplexität): Fehlendes Bewusstsein für das „große Ganze“, Digitalisierung bietet neue Möglichkeiten, stiftet aber aufgrund hoher Komplexität außerdem Chaos
A - Ambiguity (Mehrdeutigkeit): Ursache-Wirkungszusammenhänge sind nicht mehr klar definiert, Unverständlichkeit nimmt zu

Aus den Definitionen der einzelnen VUCA-Charakteristika lässt sich ableiten, dass gutes Fachpersonal noch schwerer zu finden sein wird, als es jetzt ohnehin schon in manchen Bereichen der Fall ist.

Um also zukünftig geeignete Mitarbeiter zu finden, müssten diese bereits in der Lehre oder Universität mit so vielen unterschiedlichen passenden Prozessen und Aufgaben betraut worden sein, dass sie am Ende der Ausbildung zumindest noch zu einem Bruchteil in den Betrieb passen und nicht komplett bei null anfangen müssen. Man könnte also die Dauer der Lehre potenzieren – oder aber das Unternehmen stellt sich individuell auf die „Rohlinge“ ein und investiert in interne Weiterbildung.

1) So weit wie möglich vorausplanen
Auch wenn es schwierig ist, Entwicklungen im Zeitalter der Digitalisierung vorherzusehen, für den eigenen Betrieb bestehen zumindest Pläne und Vorstellungen, wo dieser am Ende des aktuellen Jahres oder Jahrzehnts stehen soll. Welche Ziele will das Unternehmen erreichen? Sind diese einmal festgesteckt, können personelle Kompetenzen zum Erreichen dieser eingeplant werden. Natürlich spielen hier unterschiedliche Entwicklungen (Arbeitsmarkt, Technologie, Position des eigenen Produktes auf dem Markt) eine wesentliche Rolle. Diese Aufgabe ist mit einer Menge Analysearbeit verbunden, die sich aber rechnen wird, sobald die grobe Agenda erst einmal steht.
 
2) Fach- und Führungskräfte selbst entwickeln
Inwiefern und wie schnell sich Ausbildungen und Studiengänge dem Wandel anpassen können, ist unklar. Jedoch sollten Unternehmen selbst bestimmen, wie passend und ausgebildet zukünftige Mitarbeiter sein werden. Ist Punkt 1) durchlaufen und klar, welche Positionen beispielsweise in drei Jahren neu besetzt werden müssen, welche Aufgabenbereiche neu hinzukommen oder überflüssig werden, kann man bereits jetzt die nötigen Schritte hierfür einleiten. Wie können durch Umschulungen, ein kontinuierliches Verändern der Arbeitsweise, interne Aus- und Weiterbildungen bereits bestehende Mitarbeiter erhalten und auch zukünftig effizient eingesetzt werden? Wie kann neues Personal im Vorfeld bestmöglich auf den Beruf vorbereitet werden?
 
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Wer diese Fragen beantworten und die Antworten auch umsetzen kann, hat den ersten Schritt Richtung sichere, stabile Unternehmenszukunft getätigt.
 
3) Konstanten schaffen
Spricht man von VUCA, schwingen immer unterschwellig Begriffe wie Wandel, Veränderung, Unsicherheit mit. Dies wirkt sich außerdem auch auf das Mindset und die Motivation der Mitarbeiter aus. Muss befürchtet werden, im nächsten Jahr den Job zu verlieren? Im eigenen Betrieb sollte deshalb ein Umfeld entstehen, in dem Sicherheit und Zufriedenheit vorherrschen. Zum Beispiel mit Routinen, unbefristeten Arbeitsverträgen, Möglichkeiten zur Weiterbildung und Umschulung und dem unveränderlichen Vertreten der eigenen Werte.

Grundsätzlich ist es wenig sinnvoll, sich auf dogmatische Langzeitpläne zu stützen. Möglicherweise passen diese dann nicht mehr in die sich rasend schnell verändernden Rahmenbedingungen in zwei oder vier Jahren. Es ist also wichtiger denn je, die Möglichkeiten einzuräumen, sich schnell und individuell anzupassen, flexibel zu sein. So wie Ulrich Beck bereits im Jahr 2000 in der „Zukunft von Arbeit und Demokratie“ feststellte, wird Flexibilität sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber die Grundlage sein, um in der VUCA-Welt Bestand zu haben.

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