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Digitale Transformation gemeinsam gestalten

Britta Bonten
Verfasst von Britta Bonten

23. September 2019

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Recruiting 4.0 erfordert Recruiter 4.0. Personalsuchende sind heute Netzwerker, Menschenkenner und zugleich oftmals Aushängeschild des Unternehmens. Auf welche Fähigkeiten es ankommt.  

Chamäleonartig haben wir uns an die veränderten Rahmenbedingungen der Digitalisierung angepasst: Wir reagieren schneller, wollen keine Gelegenheit verpassen und erwarten, überall sofort up-to-date sein. Das Prinzip „schneller, höher, weiter“ kollidiert mit einer gestiegenen Achtsamkeitstendenz und dem Drang nach mehr Balance von work und life. Dieser Spagat auf Bewerberseite macht die Personalsuche angesichts des akuten Bewerbermangels nicht einfacher. Gefragt sind RECRUITER 4.0 (m/w/d), die einerseits besser heute als morgen jede einzelne Stecknadel im Heuhaufen finden sollen und andererseits selbst den Spagat leisten wollen.

Lesen Sie auch: Recruiting 4.0: Talente aktiv suchen, gewinnen und binden

Der Recruiter von morgen: Menschenkenner und Netzwerker

Als Recruiter 4.0 ist man von Haus aus eine menschenfreundliche Person. Dies äußert sich durch eine grundlegend offene Art, anderen auf Augenhöhe und mit einem Lächeln zu begegnen.  Er kommuniziert gerne via Social Media oder E-Mail mit potenziellen BewerberInnen, scheut sich aber ebenso wenig von Ohr zu Ohr oder von Angesicht zu Angesicht zu sprechen. Trotz aller Offenheit sind RecruiterInnen loyal, integer und verschwiegen, insbesondere im Umgang mit personenbezogenen und vertraulichen Daten. Sie wissen, wem man was wann und wie erzählt; ebenso weiß man, wann es Zeit ist, zu schweigen und Dinge für sich zu behalten. Generell kommuniziert der Recruiter mit einer hohen Empathie und ebnet den Weg für eine positive Candidate Experience – egal ob für BerufsanfängerInnen, WiedereinsteigerInnen oder Berufserfahrene. Er kann aktiv zuhören, sich in andere hineindenken und will sein Gegenüber verstehen. Ergänzen können ein gewisses Fingerspitzengefühl für Menschen und Situationen sowie eine gute Menschenkenntnis. Der ideale Recruiter ist versiert im Umgang mit digitalen Medien und intelligenten IT-Systemen, denn sie entlasten ihn bei routinemäßiger Fleißarbeit wie Eingangsbestätigungen verschicken oder Beantwortung von FAQs. Konzepte zu entwickeln, wie man mit entsprechenden Posts auf Instagram & Co potenzielle BewerberInnen ansprechen, begeistern und gewinnen kann, fällt ebenso in den Aufgabenbereich von Recruitern.

DL Recruiting Glossar

 Selbst aktiv werden mit Xing und LinkedIn

Eine „Spinnenphobie“ wäre kontraproduktiv, erwartet werden 1A-NetworkerInnen. Das bedeutet auch, gängige Business-Netzwerke sinnvoll als Arbeitsmittel u. a. im Active Sourcing einzusetzen. Auch vorhandene berufliche Kontakte sind willkommen und sollten weiter ausgebaut werden. Mit Neugier und einem gewissen Interesse gegenüber Menschen kann dies leicht gelingen. Dabei sind Recruiter oft die erste Anlaufstelle für potenzielle BewerberInnen und fungieren so als „Visitenkarte des Unternehmens“. Recruiting funktioniert nicht ohne personenbezogene Daten. Daher müssen sich Personalsuchende generell mit der aktuellen Rechtslage wie z. B. mit Datenschutz auskennen – und auf dem Laufenden halten. Die Paragrafen der DSGVO müssen nicht wörtlich zitiert werden können, aber man sollte sie verstehen, anwenden und umsetzen können.

Das Arbeitsumfeld hat internationales Flair, daher wird ein vorurteilsfreier Umgang mit anderen Kulturen und Mehrsprachigkeit vorausgesetzt – at least in fluent English. Wer interkulturell erfahren ist, sei es durch Praktika, Auslandsaufenthalte oder Erfahrung in vergleichbaren Positionen, punktet zusätzlich. Ausschließlich auf rein deutschsprachige BewerberInnen zu setzen, reduziert die Menge potenzieller MitarbeiterInnen erheblich. EinzelkämpferInnen haben in diesem Job keine Chance. RecruiterInnen sind Teamplayer und vermitteln zwischen verschiedenen Interessensgruppen. Gerade im Umgang mit Externen sowie möglichen neuen MitarbeiterInnen kommt es auf Zuverlässigkeit und Termintreue an.

 

 

 An Kreativität sollte es RecruiterInnen nicht mangeln: Sie entwickeln sich ständig weiter, sind neugierig und finden immer wieder neue Wege zu potenziell Interessierten. Sie beobachten den Markt und gemeinsam mit anderen schaffen sie neue Formen und Möglichkeiten der Zielgruppenansprache. Die vielfältigen Tätigkeiten gehen weit über Unterlagen-Check und Interviews hinaus: Event Management, Stellenprofile abstimmen, Begeistern und Adressieren von verschiedenen Zielgruppen (SchülerInnen, Studierende etc.), Active Sourcing, Vorträge halten, Konferenz- und Messebesuche, Bedarfsplanung, Maßnahmen für Employer Branding entwickeln, Controllingaufgaben, Recherche, Beitrag zu einer positiven Candidate Experience usw.

 Im Recruiting haben es die Recruiter leichter, die sowohl verlässlich, verbindlich als auch überzeugend auftreten und kommunizieren. Sowohl nach außen, als auch nach innen. Manchmal ist es sogar noch wichtiger, die eigenen Vorgesetzten von bestimmten Ideen zu begeistern, um so wichtige Entscheidungen herbeizuführen. Wer durchsetzungsstark ist und gut argumentieren kann, tut sich leichter. Überhaupt: Eine intrinsisch motivierte Grundstimmung kann nicht schaden, um Menschen als potenzielle MitarbeiterInnen zu gewinnen, insbesondere angesichts der hohen Wettbewerbssituation auf dem Bewerbermarkt. Da kann es schon mal frustrierend sein, wenn KandidatInnen am ersten Arbeitstag gleich wieder kündigen oder erst gar nicht erscheinen. Ein dickes Fell, ein langer Atem und ein in sich ruhender Charakter schonen das Nervenkostüm. Stichwort Resilienz. 

Wie Sie als Leser erkennen: Dieses Aufgabengebiet lässt keine Zeit für einen 9-to-5-Job. Manchmal arbeitet man außerhalb der normalen Bürozeiten. Es hilft, sich gut zu organisieren, effizient zu arbeiten und auch mal nein zu sagen. Wenn der- oder diejenige dazu auch noch in hektischen Momenten souverän und gelassen bleibt, dann ist das die Kirsche auf der Torte.

Fazit

Nur den anfänglich erwähnten Spagat zu beherrschen, reicht dauerhaft nicht – Personalsuchende sind wahre Allround-Talente und brauchen eine hohe Agilität. Sie verkörpern das Unternehmensimage nach außen (und innen).

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